Gemeindewappen
HahnensteinerMühle
Pumpenhausplatz
alte Kirche Brücke_Ahr


Die Römer

 

Die Siedlungsgeschichte unseres Ortes bzw. der gesamten Gegend lässt sich zurückverfolgen bis hin zu alten Römer-Siedlungen, die auf ihren Streifzügen gen Norden auch an der Ahr Lager- und Siedlungsstätten errichteten. Zeugen hiervon sind z.B. die sehenswerte Römervilla in Ahrweiler oder Reste alter Höfe in der Nähe von Schuld. Besonders die Nähe nach Schuld lässt darauf schließen, dass sich natürlich auch in Dümpelfeld die Römer niedergelassen hatten.
Nachfolgend dürfen wir freundlicherweise einen Text von Frau Rosi Hintemann aus Insul veröffentlichen, die sich mit der römischen  Siedlungsgeschichte an der Ahr fast schon professionell beschäftigt hat. Vielen Dank dafür!     

 

Die Römer an der Ahr
(schon sie fanden es wohl schön bei uns)

Am Anfang waren die Römer und eine Urkunde

römer_1

Abb. 1 und 2: Römische Töpferware, gefunden im Ommelbachtal (Bild_CD III/ Scherben0060001 und 0100001)

1. Römische Spuren
Erste römische Spuren wurden im Ommelbachtal, Distrikt „Im Fegefeuer“, bei Straßenbauarbeiten im Jahr 1938 entdeckt. Dabei handelt es sich um vier römische Brandgräber aus der Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus.
In einem dieser Brandgräber fand man neben Topf- und Tellerscherben einen zweihenkeligen „Honigtopf“ aus weißem Ton, während in den übrigen drei Gräbern Topf- und Tellerscherben, eine bronzene Stützplattenfibel (Kleiderschließe, „Sicherheitsnadel“ der alten Zeit) und zweimal je eine Münze entdeckt wurden.
Bei der Töpferware handelt es sich um teils auf der Töpferscheibe gedrehte, teils handgeformte, teils einheimische und teils belgische Ware.

Im ersten Jahrhundert nach Christus war bei den Römern die Brandbestattung üblich. Dabei wurde der Leichnam des Verstorbenen gewaschen, gesalbt, in Festtagskleider gehüllt und bekränzt auf eine Liege gelegt. Zusätzlich wurde ihm persönlicher Besitz, oft auch Geschirr, mit auf den Scheiterhaufen gegeben.
Bei der Verbrennung wurde auch Räucherwerk in Räucherkelchen verbrannt. Eine Weinspende bedeutete sowohl die letzte Ehrung für den Toten, als auch eine Weihe des Scheiterhaufens. Dabei wurde die Totenklage von Klageweibern und Familienangehörigen gesungen, die weiße Trauergewänder trugen.
Wenn der Scheiterhaufen heruntergebrannt war, wurde die noch glühende Asche mit Wein und Wasser gelöscht. Dann wurde der Leichenbrand säuberlich in einer Urne gesammelt und in einem Grab beigesetzt. Dabei handelte es sich bei den Urnen meist um Kochtöpfe aus Ton.

Zu der Zeit glaubten die Römer, dass die Toten im Jenseits die gleichen Bedürfnisse hätten wie die Menschen im Diesseits. Deshalb gab man ihnen entsprechende Beigaben wie Speisen und Getränke, Geschirr und sonstiges Hausgerät sowie Geld mit ins Grab. Oft war es nur eine einzige Münze für den Fährmann Charon, der nach damaligem Glauben die Toten über den Unterweltsfluss ins Reich der Schatten brachte.

Bei den Funden im Ommelbachtal handelt es sich um einen kleinen Begräbnisplatz mit wenigen Gräbern, wie sie bei römischen Gutshöfen zu finden sind.

Ein solcher Gutshof, eine sogenannten „villa rustica“, bestand damals aus Wohnhäusern, Scheunen, Ställen und sonstigen Wirtschaftsgebäuden. Der ganze Hofbezirk war von einer Mauer umschlossen, während sich der Begräbnisplatz nach römischer Sitte zwar in der Nähe des Hofes, aber außerhalb der Hofmauer befand. Daher kann davon ausgegangen werden, dass in nächster Nähe der gefundenen Gräber ein römischer Gutshof gelegen hat.

Andere Grabfunde aus der Römerzeit auf den Höhen oberhalb von Niederadenau und Gilgenbach deuten daraufhin, dass schon damals ein Verbindungsweg  etwa dort gewesen sein könnte, wo in diesem Bereich heute der Karl-Kaufman-Wanderweg herführt. Für diese Annahme spricht ebenso die Tatsache, dass die Römer ihre Wege gerne über die Höhen führten.

2. Unter Graf, Ordensherren und Erzbischof

2.1 Entstehung Dümpelfelds und erste urkundliche Erwähnungen

Als Dümpelfeld entstand, war es von Hönningen abhängig und gehörte mit Hönningen zum Besitz des St. Kunibert-Stiftes in Köln. Das ganze Gebiet unterstand den Grafen von Are.
Der Ortsname „Dümpelfeld“ gibt Hinweise auf die Zeit seiner Gründung. Der Wortteil „Dümpel“, (verwandt mit „Tümpel“) deutet auf feuchtes Land mit Wasserlöchern hin, welches etwa um die erste Jahrtausendwende urbar gemacht wurde. Der zweite Wortteil -feld (-velt) war in jener Zeit für Neuansiedlungen sehr geläufig. Einen weiteren Hinweis darauf, dass es sich um eine Neuansiedlung handelt, gibt die Tauschurkunde aus dem Jahre 1084 von der Abtei St. Arnulf in Metz und dem St. Kunibertsstift in Köln über den Besitz in Hönningen, in der „Dumplenvelt“ noch nicht erwähnt wird.

Im Jahr 1246 kam Dümpelfeld mit Hönningen und der ganzen Grafschaft Are unter die Hoheit der Erzbischöfe von Köln.

Die älteste Urkunde, in welcher der damalige Ortsname „Dumplenvelt“ erwähnt ist, und auf die sich das 850jährige Jubiläum im Jahr 2003 bezieht, stammt aus dem Jahr 1153.
In dieser Urkunde über die Einigung bezüglich der Abgabe des Zehnten in Barweiler zwischen dem damaligen Abt Siger der Abtei Sankt Maximin in Trier
und einem Mann namens Lutfried wird neben geistlichen Zeugen auch ein weltlicher Zeuge namens „Karolus de Dumplenvelt“ genannt.

Wer aber war Karolus de Dumplenvelt? Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Karolus um einen freien, angesehenen Mann, einen sogenannten „Ministerialen“ mit Aufgaben im Heeresdienst und in der Verwaltung des Ortes. Im Gegensatz zu leibeigenen Bauern, die in Fachwerkhäusern wohnten,
besaß er wohl ein Steinhaus, in dem zeitweilig die Abgaben der Untertanen gelagert wurden.

Die zweite urkundliche Erwähnung Dümpelfelds erfolgte am 3. September 1251, als der Kölner Erzbischof Conrad von Hochstaden eine Urkunde besiegelte,
die besagt, dass der Burggraf von Köln, Herr zu Arberch (Aremberg), den Cuno, Herrn von Rullant mit dem Dorf Dorsel belehnt. Ausgestellt wurde die Urkunde
„in villa, que Dumpinvelt vocatur“, (im Dorf, das Dümpelfeld genannt wird).

Zu dieser Zeit ist mit „villa“ ein Fronhofverband gemeint, der aus einem Hof besteht, welcher von einem Herrn oder seinem Stellvertreter bewirtschaftet wird und von dem mehrere kleinere Höfe abhängig sind.

Die erste Urkunde, deren Inhalt auch Dümpelfeld betrifft, ist auf den 23. März 1494 datiert. Mit dieser Urkunde bestätigt der Erzbischof Hermann von Köln einen Tausch zwischen dem St. Kunibertsstift zu Köln und der Johanniter Komturei in Adenau.
Dabei kamen der Hof und das Dorf Hönningen mit seiner Pfarrkirche sowie die Kapelle zu Dümpelfeld in den Besitz der Johanniter-Komturei. Im Gegenzug erhielt das St. Kunibertstift einen Hof und Güter in der Nähe von Köln.
Die Nennung der Kapelle zu Dümpelfeld ist in diesem Vertrag von Bedeutung, weil mit einer Kapelle bestimmte Rechte und Pflichten sowohl für den Eigentümer als auch für die Bewohner Dümpelfelds verbunden waren. Der neue Eigentümer war verpflichtet, dort Messen lesen und Kinder taufen zu lassen, wohingegen die Dümpelfelder Abgaben für den Unterhalt von Priester und Kapelle zu entrichten hatten.

Bis zum Ende des „alten Reiches“ (1794) durch die Eroberung des Eifelgebietes durch die Franzosen blieb Dümpelfeld im Besitz des Johanniterordens im Amt Nürburg des Erzbistums Köln.

2.2 Was wir sonst über diese Zeit in Dümpelfeld wissen

Über das Leben in Dümpelfeld von der Zeit seiner Gründung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ist nicht viel bekannt, da es aus diesem Zeitraum nur wenige schriftliche Quellen gibt.
Aus den wenigen vorhandenen Informationen lässt sich jedoch folgendes chronologisch festhalten:

- Schon im Mittelalter bestand die Straßenverbindung von Köln nach Trier, die über Meckenheim, Altenahr, durch das Ahrtal nach Dümpelfeld und weiter über Adenau und Wittlich führte. Für die vorüberziehenden Pilger diente die Johanniterkommende in Adenau als Hospital.

- Stand eine Burg „Am Burgeck?"
Wenn man die Flurkarte von Dümpelfeld ansieht, findet man im Norden der Gemarkung die Flurbezeichnungen „Am Burgeck“, „In der Wingertsbach“ (Hinweis auf Weinberg),
„Auf dem Bongart“ (Hinweis auf einen Baumgarten) und „In der Lehnshardt“ (Hinweis auf einen Wald).
Alle diese Flurbezeichnungen sind Indizien für die Infrastruktur einer mittelalterlichen Burg. In der Flur „Am Burgeck“ könnte auf dem möglicherweise künstlich abgeflachten Bergsporn die Burgstelle gewesen sein. Sie ist teilweise seitlich mit einem Wall-Graben-System umgeben. In unmittelbarer Nähe sind mehrere ehemalige Wegführungen erkennbar, bei denen es sich um historische Hohlwege handeln könnte.

Auch der Namensbestandteil -eck spricht für eine mittelalterliche Spornburg. Bedauerlicherweise gibt es hierfür keine schriftlichen Zeugnisse, sodass vorerst alles eine Vermutung bleibt - bis jemand einmal alte Burgreste entdeckt...
Sollte jemand zu diesem Thema Hinweise geben können, wäre der Burgenforscher
Herr Dr. Michael Losse sehr dankbar (Adresse bei den Quellenangaben).

roemer_karte

Ausschnitt aus der Karte des Erzbistums Köln von Johann Ries aus dem Jahr 1643 (Bild-CD III)

Hahnensteiner Mühle_1902

Die Hahnensteiner Mühle, wie sie 1729 erbaut wurde (Bild CD I Mühle 0002)

- Im Jahre 1556 wird die Hahnensteiner Mühle zum ersten Mal genannt. Als bedeutendste Mühle im Kurkölnischen Amt Nürburg hatte sie eine Pacht von 12 Malter Korn und einem Mühlenschwein zu entrichten.

- Der Johanniterorden besaß in Dümpelfeld einen Hof mit Haus und 36 Morgen Garten, Wiesen und Ackerland. Von diesem Hof wurden fünf Malter Korn (als meistangebautes Getreide wohl Roggen) und zwei Malter Hafer an den Vizepastor von Dümpelfeld und weitere acht Malter Hafer an die Komturei nach Adenau geliefert.

- In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Kirmes in Dümpelfeld jährlich verpachtet, wobei die Pacht an das Amt Nürburg ging. Nach damaligem Brauch fand zur Kirmes ein Krammarkt statt, auf dem ebenso Essen und Getränke angeboten wurden.
Für die Marktstände wurde Standgeld erhoben und wer Speisen und Getränke verkaufen wollte, musste auch dafür das Recht erwerben. Ein Beispiel dafür ist das Weinzapfrecht.

- Aus dem Jahr 1669 gibt es eine Akte über Reparaturen an der Hahnensteiner Mühle, die damals noch zu Insul gehörte. Am Wasserlauf musste gearbeitet werden und die Mauer über der Tür (Portz) musste repariert werden. Zudem war es nötig, die Mühle neu zu verpachten, da der Müller von Insul
(mit dem damaligen Ortsnamen Esell) im vorigen Sommer gestorben war.

- Aus dem Jahr 1728 ist eine Aufstellung über Abgaben erhalten, nach der der Müller zu Insul (damals geänderter Ortsname Eßel)
13 Malter Korn und vier Reichstaler Schweinegeld an Pacht zu zahlen hatte.

An gleicher Stelle ist auch eine Ölmühle erwähnt, die oberhalb von Dümpelfeld am Adenauer Bach stand und zwei Gulden und vier Albus für den Wasserlauf zahlte.
Das jetzige Mühlengebäude der Hahnensteiner Mühle wurde im folgenden Jahr errichtet, es trägt über der Tür die Jahreszahl 1729.

- Im Zeitraum von 1746 und 1771 gab es einen 25jährigen Rechtsstreit zwischen den Bewohnern von Dümpelfeld und Liers um den Ommelbacher Lehnshof (die damalige Siedlung Ommelbach ist untergegangen). Die Lierser, die angaben, dass der Hof bei ihnen von Generation zu Generation vererbt worden sei, klagten, dass die Dümpelfelder ihnen den Hof entzogen hätten, sie aber weiterhin die Erbpacht an das Amt Nürburg entrichten müssten. Dagegen behaupteten die Dümpelfelder, dass ihnen der Hof gehöre und sie jährlich den Erbzins abführten, wohingegen die Lierser aber gewaltsam Pfändungen vorgenommen hätten. Beide Parteien nahmen sich einen Anwalt und 1771 entschied das Gericht, dass alles wie vorher bleiben müsse und keine Partei der anderen etwas pfänden dürfe.

3. Als Französisch Amtssprache war

Von 1794 bis 1815 stand die Eifel unter französischer Herrschaft.

Während Dümpelfeld vorher zum Schultheißenamt der vier Honschaften auf der Schuld gehört hatte, wurde es nun der „Mairie“ (Bürgermeisteramt) Adenau zugeordnet im Canton Adenau, Arrondissement Bonn, Département Rhin et Moselle mit der Hauptstadt Koblenz. Die Amtssprache war damals Französisch.

In dieser Zeit wurden die ersten maßstabgetreuen flächendeckenden Landkarten aufgenommen und „Kulturmassenpläne“ der einzelnen Gemeinden angelegt, in denen die wirtschaftliche Nutzung der ganzen Gemarkung eingetragen wurde. Die Steuern, welche die Einwohner zu zahlen hatten, waren spürbar höher als die Abgaben in früheren Zeiten.
Die Gemeindegrenzen aus dieser Zeit sind bis auf kleine Änderungen bis heute gleich geblieben.

4. Ein Blick ins 19. Jahrhundert

Ab 1815 war die Eifel Teil der Preußischen Rheinprovinz und Dümpelfeld gehörte zur Bürgermeisterei Adenau im Kreis Adenau.Die beiden Professoren Gottfried Kinkel und Ernst Weyden der neu gegründeten Universität Bonn sind mit Begeisterung durch das Ahrtal gewandert. Mit den ersten Wanderführern über diese Gegend, aus denen die unten folgenden Zitate stammen, haben sie das Ahrtal als Wanderziel bekannt gemacht. Von Tourismus konnte man damals allerdings noch nicht sprechen.

Dies Dümpelfeld schiebt sich mit seiner weißen Kirche weit in eine Ecke vor, so dass man die am Felsen hangende Kirche aus dem oberen und unteren Ahrtal, aber auch aus dem Adenautal weither erblickt. Denn die Ahr biegt hier plötzlich in einem rechten Winkel ab, während der Adenaubach in gerader Richtung in sie hineinfällt, als ob er der Hauptstrom wäre. Von Dümpelfeld gehen zwei Wege, durch das Tal und über den Berg, in einer guten Viertelstunde nach Insul oder Oesel,“ . . . . (Gottfried Kinkel, 1849)

Von Liers verfolgt der Wandrer die Fahrstraße bis nach Dümpelfeld, wo Bergbau getrieben und jährlich im Durchschnitt für 3000 Thaler Zunder* fabrizirt wird, den man roh aus Ungarn und Böhmen bezieht. Wirklich romantisch und malerisch ist die Umgebung Dümpelfeld’s mit dem erweiterten Thale der Ahr, die sich hier theilt, mit dem weißen Kirchlein auf der Höhe an nackter Kuppe, und den zerstreuten grünen Matten an den Rändern der Adenau, die hier in die Ahr fällt.... An der Ahr geht der Pfad in nicht sehr mannigfaltigem Wechsel der Gebirgslagen und der Kuppen längs einer starken Krümmung bis nach Insul.“ (Ernst Weyden,1839)
* Zunder wurde aus „Feuerschwamm“, einem Röhrenpilz hergestellt und zum Feueranzünden benutzt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Menschen durch mehrere Missernten und Hungersnöte sehr arm geworden und so manche wanderten aus.
Um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, wurden vom Staat Zuschüsse für den Bau der Straße von Bonn nach Trier innerhalb des Kreises Adenau erbeten. Diese wurden dann ab 1850 auch gezahlt, sodass neue Arbeitsplätze im Straßenbau entstanden. Das letzte Stück dieser Bezirksstraße zwischen Brück und Adenau wurde allerdings erst im Jahre 1867 fertiggestellt. Zwischen 1868 und 1872 wurde dann auch die Straße von Dümpelfeld nach Schuld gebaut, um weitere Orte an das Straßennetz anzuschließen. In Dümpelfeld errichtete die Provinzialsteuerdirektion hierfür eine sogenannte „Chausseegeldhebestelle“, die einer heutigen Straßenmaut entsprach.

Eine „statistische Tabelle“ aus dem Jahr 1852 gibt uns „Nachrichten von den Gebäuden, der Volkszahl und dem Viehstande“ in Dümpelfeld.
Als öffentliche Gebäude sind eine Kirche, eine Schule und ein „zu anderen Zwecken der geistlichen und weltlichen Civil- und Kommunalbehörden bestimmtes Gebäude genannt. An Privatgebäuden gab es 41 Wohnhäuser, zwei Mühlen sowie 121 Ställe, Scheunen oder Schoppen.
Von den 216 Einwohnern waren 119 männlich und 97 weiblich. Zu den unter siebenjährigen zählten 21 Knaben und 20 Mädchen, bei den unter 16jährigen waren 23 Knaben und 18 Mädchen. 53 Männer und 43 Frauen standen im Alter zwischen sechzehn und 45 Jahren, während unter 60 Jahren 16 Männer und neun Frauen waren. Älter als 60 Jahre waren nur sechs Männer und sieben Frauen (siehe Abbildung 5).

In der Ehe lebten 40 Männer und 40 Frauen und es gab 40 Familien. Ein evangelischer Christ lebte in der sonst rein katholischen Gemeinde.

altersstruktur_römer

In der Viehstandszählung sind vier Pferde erfasst, drei über zehn Jahre, eins zwischen drei und zehn. An Rindvieh gab es 11 Ochsen, 34 Kühe und 40 Jungtiere. Zudem wurden 150 unveredelte Landschafe, 15 Ziegenböcke und Ziegen und acht Schweine gehalten.

Aus den Gewerbetabellen der Jahre 1858/59 sind folgende Informationen über die Erwerbstätigkeit zu entnehmen.

In Dümpelfeld bestand eine Maschinen-Spinnerei mit 140 Feinspindeln, in der zwei Männer und zwei Frauen arbeiteten. Elf Webstühle zur Herstellung von Leinen- und Halbleinentüchern sowie ein Webstuhl für Woll- und Halbwollerzeugnisse wurden von Meistern oder auf eigene Rechnung betrieben.
Desweiteren haben an fünf Webstühlen Gehilfen oder Lehrlinge Baumwolle und Halbbaumwolle verwebt.

An Wassermühlen ist nur eine Mahlmühle genannt, die von einem Meister betrieben wurde, dazu eine Walkmühle und eine Lohmühle, eine Ölmühle ist nicht vermerkt.

Als Handwerker sind in der Tabelle ein Bäckermeister, ein Schuhmacher, ein Schneider, ein Tischler, ein Rade- und Stellmacher, ein Böttcher, zwei Drechsler und ein Grobschmied genannt.
Von den Krämern, die mit Kaffee, Zucker, Salz und „Schwamm im Kleinen“ (frühere Bezeichnung für Zunder) handelten, sind zusätzlich noch die Namen verzeichnet. Es waren Michel Becker, Josef Bell, Franz Bell, Johann Peter Bois, Matthias Hück und Caspar Puderbach.

Schankwirte mit Wein, Bier und Branntwein waren Michel Becker, Johann Peter Bois und Johann Peter Löwenstein.

Zwei Personen fielen der öffentlichen Armenpflege zur Last und lebten teilweise von Almosen.

Von der Landwirtschaft im Hauptgewerbe lebten 19 Eigentümer von Höfen, deren Frauen, Kinder und sonstige Angehörige (40 Personen) und eine Magd. Von der Landwirtschaft als Nebengewerbe lebten 7 Landwirte mit 36 Familienangehörigen.
Neun Männer und sieben Frauen waren andere Handarbeiter, Tagelöhner, Holzbauern, Chaussee- oder Eisenbahnarbeiter, Näherin, Wäscherin oder Magd. Der Gesamtflächenraum der land- und forstwirtschaftlich nutzbaren Grundstücke in der Gemarkung Dümpelfeld betrug 2403 Magdeburger Morgen.
Davon entfielen auf

Gärten und Obstplantagen
Ackerland
Wiesen
beständiger Weide (Raumhutung)
Staats- und Privatwaldungen

8      Magdeburger Morgen
297                   “
92                     “
1048                 “
958                   “

Der größte landwirtschaftliche Betrieb hatte eine Größe von 549 Magdeburger Morgen, 10 Besitzungen hatten 30 bis 300 Magdeburger Morgen.
64 Besitzungen waren 5 bis 30 Morgen groß, 244 Besitzungen waren noch kleiner.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Dümpelfeld ein stark landwirtschaftlich geprägtes Dorf, in dem die Menschen ihren Lebensmittelpunkt hatten.
Der allgemeine Lebensbedarf wurde hier gedeckt. Wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse war nur wenig Mobilität möglich, die heute so sehr das Leben prägt.

Danksagung
Herzlich möchte ich mich bei Frau Dr. Ursula Heimberg vom Rheinischen Landesmuseum Bonn bedanken, die mir die römischen Funde aus dem Ommelbachtal herausgesucht hat und mir wertvolle Tipps für meine Ausarbeitung gegeben hat.
Ebenso herzlichen Dank auch an Herrn Leonhard Janta vom Kreisarchiv in Ahrweiler, der mir mit Literatur und Detailinformationen geholfen hat.
Ganz besonders möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landeshauptarchivs in Koblenz danken für ihre engagierte und geduldige Anleitung zur Archivbenutzung, und speziell Herrn Resmini für die Interpretationshilfe zu den mittelalterlichen Urkunden und die weiterführenden Hinweise.

Und mein besonderer Dank gilt Frau Hintemann für das Verfassen dieses aufwändig recherchierten, fundierten und höchst interessanten Bericht über die Geschichte unseres Dorfes.
Ein Blick in die neuen Chronik des Ortes folgt in Kürze.


Quellen:

CLEMEN, PAUL: Kunstdenkmäler des Kreises Ahrweiler, Düsseldorf 1938 GÜNTHER, W.: Codex Diplomatikus Rheno-Mosellanus, Coblenz 1825, IV Nr. 393 HORN,
H. G., Herausgeber: Die Römer in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart 1987 KINKEL, GOTTFRIED: Die Ahr, 2. Aufl. Köln 1999
KLEEMANN, OTTO: Vor- und Frühgeschichte des Kreises Ahrweiler, Köln 1971
LOSSE, MICHAEL: Spurensuche „Am Burgeck“ in Dümpelfeld, in: Jahrbuch der Stadt Adenau 2000 (Adresse: Sandweg 10, 35037 Marburg / Lahn)
URKUNDENBUCH zur Geschichte der jetzt die preußischen Regierungsbezirke Koblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, Koblenz 1860 – 1874, I, Nr. 573; III Nr. 1118
WEYDEN, ERNST: Das Ahrtal, Bonn 1839
LANDESHAUPTARCHIV KOBLENZ: Dokumente zur Geschichte Dümpelfelds, insbesondere: Statistische Tabelle, die Nachrichten von den Gebäuden, der Volkszahl und dem Viehstande enthaltend des Bürgermeisterei-Bezirks Adenau für das Jahr 1852;
Gewerbe-Tabelle für das Jahr 1858

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