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alte Kirche Brücke_Ahr

Unsere Alte Kirche

Es ist nur mehr als recht, dem herausragenden Wahrzeichen unseres Ortes eine eigene Seite zu widmen. Es gibt -auch besonders bei uns in der Eifel- viele historische Baudenkmäler. Doch bestimmt werden auch Sie beim Lesen der folgenden Zeilen über die Geschichte der Alten Kirche St. Cyriakus verstehen, warum wir Dümpelfelder zu Recht stolz sind, ein solches herausragendes Baudenkmal täglich sehen zu dürfen, wie es weithin sichtbar und unübersehbar über unserem Dorfe thront.
Gerne können sich kirchenhistorisch oder -architektonisch Interessierte melden, einer Führung steht selbstverständlich nichts im Wege.

-weitere Fotos folgen in Kürze-

Ich danke Frau Edith Surges aus Dümpelfeld für das Verfassen des folgenden Textes.

Über dem Ort, auf dem Berg Hohn steht sie, die alte Pfarrkirche St. Cyriakus. Dort soll sie vermutlich bereits im 13. Jh. gestanden haben, zumindest zeugen Teile des Schiffes und der Turm von einem romanischen Vorgängerbau. Das Stift St. Kunibert in Köln hat hier die erste kirchliche Anlage errichten lassen.
In der 2. Hälfte des 15. Jh. gab es offensichtlich einen größeren Umbau. Hier wurde das Langhaus mit zwei Mittelsäulen zu einer zweischiffigen Halle gestaltet, eingewölbt und zur Nordseite hin, wegen der Hanglage, mit Strebepfeilern abgestützt. Diese zweischiffigen Stützenkirchen findet man des öfteren in der Eifel und im Moseltal.
Zeichnung_alte Kirche


Im Osten schließt die Kirche mit einem zweijochigen, abgetrennten Chor, im Westen mit einem massiven Turm auf quadratischem Grundriss. Die Gesamtlänge beträgt im Lichten 17,46 m ; die Breite des Turmes 4,28 m, die des Langhauses 6,80 m und die des Chors 5 m. Der sechseckige Sakristeianbau an der Ostwand des Chores erfolgte 1894/95. Er passt sich der spätgotischen Form an.

Das Mauerwerk der Kirche sowie der Sakristei besteht aus gequadertem schiefrigem Bruchstein, An der Nordseite des Schiffes liegt der Eingang mit kurzem, neuen Vorbau. Eine alte Holztüre, aus dem 15. Jh. stammend, deren Eisenbeschläge zu stilisierten Knospen und Blättern gestaltet sind, gibt den Weg frei in das Innere der Kirche. Hier ist der Bau einheitlich durchgegliedert.

In den beiden westlichen Jochpaaren befinden sich einfache Kreuzrippengewölbe. Das östliche Jochpaar ist rautenförmig zusammengezogen. Der Schlußstein in der Mittelachse ist ein wappentragender Engel. An den Wänden sitzen die Rippen auf verschieden gestalteten Konsolen auf. (Köpfe, Traubendolden und einfach profilierte Konsolen).

In den hellen von vier Fenstern umrahmten Chor schreitet man durch einen doppelt abgestuften Spitzbogen. Hier im Chor sitzen die Rippen teilweise auf mehrfach profilierten Konsolenbündeln auf, von denen das mittlere an der Nordwand von einem Wappenschild mit Kreuz getragen wird. Zwei im Ostjoch endende Rippen (hinter dem Hochaltar) zeigen als Schlußsteine Köpfe mit ausdrucksvollen Gesichtern eines Mannes und einer Frau. (Es könnte sich um Stifter handeln).
Die Fenster der Kirche sind nur ganz leicht gespitzt. Unter jedem Fenster im Chor befindet sich eine breite Flachbogenblende, sogenannte Priesternischen. Der Blick nach Westen geht in die spitzbogig geöffnete Turmhalle mit Kreuzgewölbe. Hier finden wir zwei weitere Holztüren mit gotischen Beschlägen am Westportal und an der Turmtreppe. Über den ersten Teil der Turmtreppe gelangt man auf die Orgelempore, die jedoch erst um 1880 gebaut wurde. Bei der Innenrenovierung der Kirche 2002 wurde die Empore wieder entfernt. Vorher hatte die Orgel vermutlich ihren Standort im Kirchenschiff, gegenüber dem Seitengang.
Sie wurde bereits 1730 gebaut, eine Balthasar-König-Orgel, geschaffen von dem bedeutendsten Orgelbauer des Rheinlandes, Balthasar König, geb. 1684 in
Ingolstadt. Er ließ sich 1711 in Münstermaifeld nieder. Beim Abbau dieser Orgel im Rahmen der Innensanierung der Kirche im Jahre 2002 wurde die wertvolle Entdeckung gemacht. Sie soll evtl. in den nächsten Jahren restauriert werden und dann ihren Platz wieder in der Pfarrkirche einnehmen.
An der Nordseite des Langhauses angebaut stand noch im Jahre 1830 ein Beinhaus mit einer Laube aus Fachwerk als Vorraum.
(Hier wurden die beim Ausheben eines Grabes gefundenen Gebeine aufbewahrt).
Nach einem Visitationsprotokoll von 1743 wurde das Gotteshaus im Jahre 1640 durch Soldaten verwüstet. Weihbischof Georg Paul Stravius hat es 1650 neu konsekriert. Eine Reliquie des hl. Cyriakus war zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden.
Glocken_alt

Im Jahre gab es 1743 vier Glocken:
Eine von 1467, der Mutter Gottes geweiht mit der Inschrift: MARIA HEISSEN ICH,
NA GODES EHREN LUDEN ICH MCCCCLXVII (nach Gottes Ehren läute ich).
Die Zweite von 1513 war der hl. Anna geweiht. Inschrift: ANNA HEISSEN ICH; DEN LEVENDIGEN ROIFFEN ICH; DE DODEN BECRIEN ICH; JOHANN VON ANDERNACH GOIS MICH – ANNO XVXIII
(die Lebendigen rufe ich, die Toten begrabe ich, Johann von Andernach goss mich).
Die Dritte stammt aus dem Jahre 1532 und war dem Hl. Stephan geweiht. Inschrift: STAPHANUS HEISSEN ICH; DYE LEVENDYGE ROUFFEN ICH, DEN DONRE VERDRYVEN ICH, JAN VAN TRYER GOUS MYCH – ANNO XVXXXII (die Lebendigen rufe ich, den Donner vertreibe ich, Johann von Trier goss mich),
und die Vierte von 1714 war ein Angelusglöckchen. Es befand sich in der östlichen Turmöffnung. Inschrift: ECCE PANIS ANGERLORUM – ANNO 1714 (Christen, seht die Engelsspeise).
Dieses Glöckchen ist nicht mehr vorhanden, es soll an Brück ausgeliehen worden sein, genaue Angaben über den Verbleib fehlen leider.                                                                                                                                     

In den Jahren 1694 bis 1697 wurde die Kirche teilweise barock ausgestattet. Ein Meister Georgio Osterspey aus Antweiler fertigte zwei Altäre, einen Seitenaltar zu Ehren der Muttergottes und einen Seitenalter zu Ehren des hl. Josef. Beide Altäre haben, ohne Bildnis, 27 Taler gekostet.
Altäre_alt
(Bild CD I Alfred 353 000 1)
Meister Georgio Osterspey renovierte 1694 auch den barocken Hochaltar mit vier korintischen Säulen und dem Tabernakelaufsatz. Über dem Gebälk sind vier
Voluten-Arme geschaffen (schneckenförmige Verzierungen), mit dem Auge Gottes als Bekrönung.
Der Altar ist seit 1426 dem hl. Cyriakus geweiht. Auf dem Altar ist er dargestellt als Diakon mit Buch, zu seinen Füßen ein Drache. Dieser Drache ist Sinnbild des bösen Geistes, von dem Cyriakus die Tochter des Kaiser Diokletian befreit haben soll. Cyriakus ist als Märtyrer gestorben, 309 n. Chr. Er zählt zu den 14 Nothelfern.
Der Zweitpatron ist der hl. Antonius, der Eremit. Die Figur zeigt ihn als Mönch. Am Rocksaum erkennt man ein Schwein. Seit dem Mittelalter wird er als Helfer bei Schweinekrankheiten angerufen. Seit 1775 stehen beide Heiligenfiguren auf dem Hochaltar.
1775, 1831 und 1861 erhielt die Kirche jeweils einen neuen Anstrich. 1954 waren wieder Erneuerungsarbeiten fällig. Hier fand auch die Ausmalung des Langhauses und des Chors durch den Niederadenauer Kunstmaler Theo Busch statt. Diese Gemälde mussten 2002 bei der Freskenfreilegung entfernt werden.
In den Jahren 1998 bis 2002 fand schließlich eine umfassende Restaurierung der Pfarrkirche statt:
Zunächst erfolgte 1998/1999 die Sanierung des Kirchturms, einschließlich des Einbaus einer neuen Kirchturmuhr, es folgte 2000 die Renovierung der Dachkonstruktion mit neuer Schiefereindeckung von Kirchenschiff und Chor sowie der Sakristei.
Nachdem auch diese Arbeiten abgeschlossen waren konnte 2001 mit der Außenmauersanierung und 2002 mit der Innenrenovierung einschl. Freskenfreilegung (Fa. Daniel. Geisenheim), begonnen werden. Ihren Abschluss fanden die Renovierungsarbeiten im Jahre 2003 mit der Restaurierung des Hochaltars und der beiden Seitenaltäre (Fa. Mrzeglod-Leiß, Tholey/Saar).
 
Die Bau- und Restaurierungskosten beliefen sich auf rd. 664.680,00 Euro. Diese Summe wurde finanziert durch das Bistum Trier, die Stiftung Denkmalschutz Bonn, die Denkmalpflege Mainz, durch Spenden, durch Veranstaltungen in der Kirchengemeinde, Kirchenkollekten, Gelder des Fördervereins Alte Kirche (1998 gegründet) sowie große Eigenleistungen der Pfarrei.
Durch seinen persönlichen Einsatz für die gute Sache, sei es durch handwerkliche Tätigkeiten oder Regelung der Finanzen hat sich der Verwaltungsrat der Kirchengemeinde St. Cyriakus sehr engagiert. Er hat maßgeblichen Anteil am Gelingen der aufwändigen Restaurierung dieses Bauwerkes.
 
Unsere alte Pfarrkirche, weithin sichtbar, ist -wieder- ein Schmuckstück unseres Dorfes geworden.
(Von Edith Surges)
       

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